Eine leere Wand wirkt im Wohnzimmer schnell unfertig, eine überladene dagegen unruhig. Gute Wanddeko liegt dazwischen: Sie greift Farben und Materialien des Raums auf, hat die richtige Größe für die Fläche und hängt dort, wo der Blick ohnehin hinfällt. Ob Sie sich für ein Objekt aus Metall, einen Wandbehang aus Makramee, ein paar Regale oder grüne Hängepflanzen entscheiden, hängt weniger von Trends ab als von Ihrer Wand, Ihrem Möbelstil und der Frage, wie oft Sie umdekorieren möchten.
Bevor Sie sich in ein Motiv verlieben, lohnt der Griff zum Zollstock. Messen Sie die freie Wandfläche und das Möbelstück davor, also Sofa, Sideboard oder Konsole. Als Faustregel gilt: Wanddeko über einem Möbel sollte etwa zwei Drittel von dessen Breite einnehmen. Über einem 210 cm breiten Sofa wirkt also ein Einzelstück oder eine Gruppe von rund 130 bis 140 cm Breite stimmig. Ist die Deko deutlich kleiner, scheint sie auf der Wand zu schwimmen. Ragt sie über die Möbelkanten hinaus, wirkt die Komposition kopflastig.
An hohen Altbauwänden dürfen Objekte ruhig länger und vertikal ausfallen, sie betonen die Raumhöhe. In niedrigen Räumen oder unter Dachschrägen funktionieren breite, flache Arrangements besser. Schmale Wandstücke neben Fenstern oder Türen sind ideal für hochformatige Einzelobjekte, die auf einer großen Fläche untergehen würden.
Ein einfacher Trick hilft bei der Entscheidung: Schneiden Sie die Umrisse Ihrer Wunschobjekte aus Packpapier aus und kleben Sie sie mit Malerkrepp an die Wand. So sehen Sie vor dem ersten Bohrloch, ob Größe und Abstände passen.
Viele Bilder und Deko-Objekte hängen zu hoch. Museen und Innenarchitekten orientieren sich an der Augenhöhe eines stehenden Erwachsenen: Die Mitte des Objekts oder der gesamten Gruppe liegt bei etwa 145 bis 155 cm über dem Boden. Diese Höhe schafft Ruhe, weil alle Stücke im Raum auf einer gedachten Linie liegen.
Über Möbeln gilt eine zweite Regel. Zwischen der Oberkante von Sofalehne oder Sideboard und der Unterkante der Deko sollten etwa 20 bis 30 cm Luft bleiben. So entsteht eine optische Verbindung zwischen Möbel und Wand. Bei Regalen richten Sie sich nach der Nutzung: Was Sie häufig in die Hand nehmen, gehört in Griffhöhe, reine Dekoregale dürfen etwas höher sitzen.
Wandobjekte aus Metall setzen klare Linien und wirken besonders in modernen, minimalistischen oder leicht industriellen Wohnzimmern. Schwarz mit goldenen Akzenten passt zu dunklen Holztönen ebenso wie zu hellen Wänden. Weil Metall sehr flach an der Wand liegt, eignet es sich auch für Flure und schmale Wandstücke. Achten Sie auf das Format: Schmale, hohe Stücke strecken die Wand, runde Formen bringen Ruhe in eckige Räume.
Ein Wandbehang aus Baumwollkordel bringt Struktur in den Raum und lässt harte Flächen wie Beton, Glas oder einen großen Fernseher weicher wirken. Makramee gehört zum Boho-Stil, harmoniert aber auch mit skandinavischen Einrichtungen in Weiß, Beige und hellem Holz. Textile Wanddeko ist leicht und lässt sich meist an einem einzigen Nagel oder Haken aufhängen.
Regale sind die flexibelste Form der Wanddeko. Sie tragen Bücher, Kerzen, kleine Vasen oder Fotos und lassen sich je nach Jahreszeit neu bestücken. Drei kleine Regale, versetzt angeordnet, wirken lebendiger als ein einziges langes Brett. Bedenken Sie, dass Regale fest mit Dübeln montiert werden und nur so viel tragen, wie Wand und Befestigung hergeben.
Echte oder künstliche Hängepflanzen machen aus einem Regal einen kleinen Garten. Herabfallende Ranken verbinden verschiedene Höhen miteinander und lockern strenge Linien auf. Künstliche Pflanzen sind eine gute Lösung für dunkle Ecken und für alle, die das regelmäßige Gießen lieber vermeiden.
Wer zur Miete wohnt, möchte die Wand möglichst wenig beschädigen. Leichte Objekte wie Makramee oder dünne Metallbilder lassen sich oft mit Klebehaken oder Klebenägeln befestigen, deren Tragkraft der Hersteller angibt. Vergleichen Sie diese Angabe immer mit dem Gewicht Ihres Objekts und prüfen Sie den Untergrund: Raufaser, frisch gestrichene oder unebene Wände halten Klebelösungen schlechter. Eine Bilderleiste unter der Decke ist eine weitere Option, weil sie mit wenigen Bohrlöchern viele Wechsel erlaubt. Für Regale führt in der Regel kein Weg an Dübeln vorbei. Kleine Bohrlöcher lassen sich beim Auszug mit Spachtelmasse schließen. Was im Einzelfall gilt, regelt Ihr Mietvertrag.
Eine Wand mit mehreren Elementen wirkt harmonisch, wenn etwas sie zusammenhält. Das kann eine gemeinsame Farbe sein, ein wiederkehrendes Material oder eine gemeinsame Unterkante. Bewährt hat sich ein Schwerpunkt: ein größeres Stück, um das sich kleinere gruppieren. Halten Sie zwischen den Elementen ähnliche Abstände von etwa 5 bis 10 cm ein.
Für unsere Auswahl haben wir vier Wege zusammengestellt, eine Wohnzimmerwand zu gestalten: ein geometrisches Metallobjekt im Zweierset, einen Makramee-Wandbehang aus Baumwolle, ein dreiteiliges Wandregal aus Holz und ein Set künstlicher Hängepflanzen in schwarzen Töpfen. Die vier Stücke lassen sich gut miteinander kombinieren.
Metallobjekte wischen Sie mit einem weichen, trockenen oder leicht feuchten Tuch ab. Scharfe Reiniger können die Lackierung angreifen. Makramee schütteln Sie gelegentlich aus und entstauben es mit einer weichen Bürste. Verfilzte Fransen lassen sich mit einem grobzinkigen Kamm glätten. Holzregale vertragen ein nebelfeuchtes Tuch, stehende Nässe unter Blumentöpfen dagegen nicht. Künstliche Pflanzen befreien Sie mit einem Staubwedel oder einem weichen Pinsel von Staub.
Die Mitte des Objekts oder der gesamten Gruppe liegt idealerweise auf 145 bis 155 cm Höhe. Über einem Sofa lassen Sie zwischen Lehne und Unterkante der Deko etwa 20 bis 30 cm Abstand.
Als Richtwert gelten zwei Drittel der Sofabreite. Bei einem 200 cm breiten Sofa sind das rund 130 cm, die auch aus mehreren kleineren Stücken bestehen können.
Leichte Stücke halten an Klebehaken, Klebenägeln oder Klebestreifen, wenn deren angegebene Tragkraft zum Gewicht passt und die Wand glatt und tragfähig ist. Regale und schwere Objekte gehören dagegen an Dübel.
Klare Formen aus Metall, schlichte Holzregale und grüne Pflanzen fügen sich gut in moderne Räume ein. Wer es wärmer mag, ergänzt ein textiles Stück wie Makramee, das harte Flächen optisch weicher macht.
Das hängt von der Fläche ab. Für eine Sofawand genügen meist ein großes Stück oder eine Gruppe aus drei bis fünf Elementen mit gleichmäßigen Abständen. Mehr wirkt schnell unruhig, wenn keine gemeinsame Farbe oder Linie die Stücke verbindet.